Sabine Lösung, Mitglied des Europäischen Parlaments

Sabine Lösing
20.01.2011

Die Arktis darf kein geopolitischer Hotspot werden

Pressemitteilung Sabine Lösing, MdEP DIE LINKE im Europaparlament zur heutigen Abstimmung des Berichtes für eine nachhaltige EU Politik für den Hohen Norden

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"Die Arktis darf nicht zum nächsten geopolitischen Hotspot werden!", so Sabine Lösing.

Als Folge des Klimawandels geht das Eis in der Arktis stetig zurück mit zukünftig verheerenden Auswirkungen auf das sensible Ökosystem und das globale Klima. Das haben während der heutigen Plenumsdebatte auch die meisten Abgeordneten so eingeschätzt. Allerdings stellen sie, wie auch die EU insgesamt die Hauptinteressen der Öl- und Gasausbeutung, die Ausweitung des kommerziellen Fischfangs, die stärkere Beschiffung in den Vordergrund.

"Doch das wird zwangsläufig zu einer Störung wenn nicht sogar zur kompletten Zerstörung des hochsensiblen Ökosystems führen.", so Lösing weiter.

Die Gier nach den Rohstoffen hat die geostrategische Bedeutung der Arktis enorm gesteigert - mit Folgen! NATO- und EU- Staaten halten Manöver ab und Anrainerstaaten bauen ihre Truppen in der Region aus bzw. auf.

"In dem Bericht finden sich leider keine wirkungsvollen Strategien gegen diese Gefahren, die Anmerkungen bezüglich des Umweltschutzes besitzen nur kosmetischen Charakter!", kritisiert die Europaabgeordnete Lösing.

Der staatliche russische Ölkonzern "Rosneft" und BP haben Mitte Januar bereits vereinbart, gemeinsam die Öl und Gasvorkommen auf dem russischen Festlandssockel im Nordpolarmeer zu erschließen. Angesichts der durch den BP-Konzern verursachten Umweltkatastrophe im letzen Jahr im Golf von Mexiko, müssen solche Unternehmungen in diesem hochsensiblen Ökosystem untersagt werden.

"Ich fordere, wie auch viele Umweltorganisation, ein Moratorium gegen die industrielle Ausbeutung des Bereichs des Arktischen Ozeans, der bisher von Eis bedeckt war, welches in Kraft bleiben muss, bis ein rechtsverbindliches übergeordnetes Rahmenwerk verabschiedet ist, das den Schutz des Ökosystems und der Menschen der Arktis in vollem Umfang gewährleistet. Zudem müssen unverzüglich eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und eine sofortige Demilitarisierung der Region erfolgen. Die Arktis muss als entmilitarisierte Zone etabliert werden.", schließt Sabine Lösing.

Straßburg, 20. Januar 2011

Schlagworte zu diesem Artikel: Arktis,

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