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EU-Forschungsprojekt zur maritimen Datenfusion

31.01.2018

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung an die Kommission 

Die Innen‐ und Verteidigungsministerien aus Italien, Portugal, Griechenland und Spanien forschen als „Praktiker“ im Projekt „Maritime Integrated Surveillance Awareness“ (MARISA) an der Vereinfachung des Informationsaustausches. Ziel ist die Bekämpfung von „irregulärer Migration, Menschenschmuggel auf See, Piraterie sowie Waffen‐ und Drogenschmuggel“. Die EU-Kommission fördert die Forschungen, die vom italienischen Rüstungskonzern Leonardo angeführt werden, mit rund 8 Mio. EUR.

1) Welche Störungen oder Vorfälle sollen mithilfe von Algorithmen prognostiziert werden, und inwiefern betrifft dies nicht nur Schiffsbewegungen, sondern auch menschliches Verhalten?

2) Welche Datenquellen sollen in das in MARISA zu entwickelnde System einfließen (etwa Satellitenüberwachung, elektronische Abhörmaßnahmen), und welche Informationen werden hierzu — wie vom Projekt anvisiert — aus sozialen Netzwerken im Internet gewonnen?

3) In welchem Zusammenhang stehen die Forschungen in MARISA mit dem „Mediterranean Border Cooperation Centre“ (MEBOCC), das als regionaler Knoten für das Netzwerk „Seahorse Mediterranean“ fungiert, in dem sich Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Malta, Griechenland und Zypern vernetzen und an das auch Libyen angeschlossen werden soll?

Antwort von Herrn Avramopoulos im Namen der Kommission

Das Forschungsprojekt Risiken und Systemsicherheit im Seeverkehr (MARISA) dient dem übergeordneten Ziel, durch Bereitstellung eines Datenverknüpfungsinstruments, das den internationalen Datenaustausch erleichtert, die Sicherheit auf See zu verbessern.

Die Datenaustauschdienste, mit denen Behörden bei der Aufdeckung verdächtigen Verhaltens sowie anormaler Tätigkeiten von Schiffen unterstützt werden, beruhen auf der automatisierten Analyse von Datenströmen von verschiedenen Sensoren und aus verschiedenen Quellen. Beispiele hierfür sind:

1. Anormale Geschwindigkeits-, Richtungs‐ oder Kurswechsel
2. Verhältnis Entfernung/Geschwindigkeit zu kritischen Gebieten
3. Einfahrt in kritische Gebiete/Ausfahrt aus kritischen Gebieten

usw.

Es gibt einen Kerndienst der automatisierten Verhaltensüberwachung für Schiffe (ABM), mit dem die EMSA (Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs) im Rahmen der bestehenden Meeresüberwachungssysteme die Küstenwache in ihren Aufgaben unterstützt und in den die EMSA selbst, die EFCA (Europäische Fischereiaufsichtsagentur) und die Frontex (Europäische Agentur für die Grenz‐ und Küstenwache) eingebunden sind.

Durch MARISA wird dieser Dienst mit zusätzlichen Daten ergänzt, insbesondere:

Radardaten 
Kamera (Videodaten) 
Satellitendaten 
Daten aus frei zugänglichen Nachrichtendiensten und sozialen Medien.

Besonders Daten aus sozialen Netzwerken können dank ihrer laufend aktualisierten Inhalte Echtzeitinformationen für die Krisenfrühwarnung und ‐vorsorge liefern.

Die gesamte Datenverarbeitung bezieht sich auf Schiffe. Der MARISA-Prototyp wird die Informationen bewerten, die für die Unterstützung der Entscheidungsträger in maritimen Angelegenheiten als geeignet erachtet werden. Er wird keine personenbezogenen Daten über Einzelpersonen erheben, die Informationen auf sozialen Netzwerken teilen. Vor Weitergabe jeglicher erhobener Daten werden personenbezogene Daten gelöscht.

Das Projekt MARISA steht in keinerlei Zusammenhang zum „Mediterranean Border Cooperation Centre“ (MEBOCC).

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