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Überwachung des Mittelmeers mit Copernicus

13.06.2018

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung an die Kommission 

Im Satellitenzentrum der Europäischen Union (SatCen) werden Bilder verschiedener optischer und radarbasierter Satelliten erhoben, aufbereitet und an zuständige Stellen übermittelt. Nach der OSZE ist Frontex der Hauptkunde des SatCen. Viele Daten stammen von Satelliten des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus.

1) Inwiefern unterscheiden sich die Technologien zur Grenzüberwachung im Rahmen der „Eurosur Fusion Services“ (EFS) von den „Copernicus“-Diensten, und welche zusätzlichen Dienste werden im EFS angeboten (etwa meteorologische Daten, maritime Simulationen, die Verfolgung von Schiffsrouten oder Erkennung von „Anomalien“)?

2) Welche technischen Funktionen bietet der „Copernicus“-Dienst „Vessel Anomaly Detection“ zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten im Schiffsverhalten, und von welchen EU-Missionen oder Agenturen wird dieser derzeit genutzt?

3) Welche technischen Funktionen bietet der „Copernicus“-Dienst „Migratory and Cross-Border Crime Networks Assessment“, und von welchen EU-Missionen oder Agenturen wird dieser derzeit genutzt?

Antwort von Frau Bieńkowska im Namen der Europäischen Kommission

Die Copernicus-Daten stammen aus den Satelliten im Besitz der EU (Sentinels), aus den im Copernicus-Zentralspeicher (Data Warehouse) erfassten Daten Dritter sowie aus In-situ-Quellen.

Das Satellitenzentrum der Europäischen Union unterstützt Frontex im Rahmen einer Dienstleistungsvereinbarung bei der Überwachung der Aktivitäten an den Außengrenzen.

1. Die Copernicus-Dienste sind eine der Informationsquellen im Rahmen der „gemeinsamen Nutzung von Überwachungsinstrumenten“, auch bekannt als „Eurosur Fusion services (EFS) — Dienste zur Zusammenführung von Daten“(1) gemäß Artikel 12 der Verordnung (EU) Nr. 1052/2013 zur Errichtung von Eurosur, einschließlich des Dienstes zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten im Schiffsverhalten („Vessel Anomaly Detection“) und des Dienstes „Multi-source (MUSO) Migration Analytical Assessment“ (auf mehreren Quellen aufbauende analytische Migrations-Bewertung).

2. Mit den Copernicus-Daten wird der EFS-Dienst zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten im Schiffsverhalten („Vessel Anomaly Detection“) unterstützt, womit Endnutzern auf Anforderung beinahe in Echtzeit Notifizierungen über regelabweichende Bewegungen von Schiffen auf See zur Verfügung gestellt werden, darunter Informationen zum Standort, der Schiffsbezeichnung und dem Typ der Unregelmäßigkeit. Mehrere Agenturen und Missionen der Europäischen Union verfügen über Zugang zu diesem Dienst.

3. Copernicus-Daten unterstützen den EFS-Dienst zur Bewertung von Migrationsbewegungen und grenzüberschreitenden kriminellen Netzen („Migratory and Cross-Border Crime Networks Assessment“), der in „MUSO (Multi Source) Migration Analytical Assessment“ (auf mehreren Quellen aufbauende analytische Migrations-Bewertung) umbenannt wurde. Damit werden sozioökonomische Grundangaben sowie einführende Analyseberichte zu bestimmen Regionen, Tätigkeiten und/oder organisierten kriminellen Gruppen bereitgestellt, die im Zusammenhang mit irregulärer Migration oder grenzüberschreitender Kriminalität stehen. Dieser Dienst steht den Mitgliedstaaten, den schengenassoziierten Staaten bzw. zur internen Nutzung durch Frontex zur Verfügung.

 

(1) Meldung von Sicherheitsvorfällen, Schiffsverfolgungs‐ und ‐meldedienst, Verfolgung von Schiffen von Interesse, Schiffsortung, Wetterdaten, Wiederherstellung visueller Daten, maritimes Simulationsmodul, Überwachung des Seeverkehrs in einem Gebiet von Interesse, Erkennung von Unregelmäßigkeiten, Visualisierungsinstrumente, Küstenüberwachung, Überwachung des Grenzvorbereichs, Referenzbildgebung/Kartierung, großräumige Überwachung des Grenzvorbereichs, Pro-Detect-Dienst, MUSO Migration Analytical Assessment.
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