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Rede von Sabine Lösing im Europäischen Parlament zur Katastrophe in Haiti

09.02.2010

Angesichts der Katastrophe in Haiti bin ich schockiert wie die westlichen Länder diese Tragödie für ihre eigenen Interessen instrumentalisieren.

Haiti sei nicht in der Lage die Umsetzung von Hilfeleistungen zu gewährleisten.

Man spricht aber nicht darüber, dass der Westen maßgeblich für die schreckliche Lage im Land verantwortlich ist.

Natürlich nicht für das Erdbeben, aber dafür, dass Staat und Infrastruktur Haitis systematisch durch Finanzauflagen in Verbindung mit ausländischen Interventionen zerstört wurden.

Nun erteilen sich die USA und die EU Staaten eigenmächtig ein Mandat für eine sozusagen "feindliche Übernahme" Haitis.

Die EU missbraucht dazu die Lage, um eine umfassende Militarisierung des Katastrophenschutzes in die Wege zu leiten.

Dadurch werden aber vor allem westliche Interessen geschützt und nicht die Interessen der von Katastrophen heimgesuchten Menschen.

Militär ist immer auf die Durchsetzung ökonomischer und militärischer Interessen ausgerichtet. Katastrophenschutz auf die Minderung menschlichen Leids.

Wenn beides vermischt wird, dann droht eine Zweckentfremdung. Militärische Strukturen sind ja immer hierarchisch. Nachhaltige Hilfe aber muss- auch bei Unterstützung von außen- eine basisdemokratische Angelegenheit sein, wenn sie nachhaltig wirken soll.

Zum Schluss noch einige Zahlen zum Vergleich - im Jahre 2008 gab es in Haiti eine Hungerkatastrophe, die zu Aufständen führte. Die UN "Minushta" Mission wurde eingesetzt Proteste dagegen zu verhindern.

96 Millionen Dollar hätten gereicht, die Katastrophe zu verhindern. Diese UN- Mission aber kostet jährlich über 500 Millionen Dollar.

Wer hilft da wem?

Wenn man sich die angeblich großzügigen Hilfen der EU mal genau anschaut, dann handelt es sich mehr um eine Umschichtung existierender Entwicklungshilfen, alles in allem sind die Leistungen für die reichste Region der Welt eher armselig.

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