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Zwangsfütterung bei der Stopfleber-Produktion (Foie gras)

26.11.2018

Anfrage zur schriftlichen Beantwortung an die Kommission:

Während der aktuellen Wahlperiode sind bislang etwa 50 Anfragen zur Zwangsfütterung bei der Stopfleber-Produktion (Foie gras) gestellt worden. In vielen wurde die Kommission ausdrücklich aufgefordert, die in der Verordnung (EG) Nr. 543/2008 niedergelegte Mindestanforderung für das Lebergewicht zu streichen, um eine Stopfleberproduktion ohne Zwangsfütterung zu ermöglichen. Diese simple Maßnahme, die mit keinerlei Kosten verbunden ist, würde es den Verbrauchern ermöglichen, einen seit langem erwarteten Wandel zu bewirken.

Bisher sind nur begrenzte Fortschritte erreicht worden.

Die Kommission hat teilweise inkohärent geantwortet.

Die seit 2016 erwartete Evaluierung liegt noch immer nicht vor.

Die von den Mitgliedern der Kommission im Januar angekündigte Sitzung mit MdEP hat bislang noch nicht stattgefunden.

1) Wird sich die Kommission dafür einsetzen, dass in Bezug auf dieses Thema, das für sehr viele Unionsbürger von großer Bedeutung ist, entschlossene Maßnahmen getroffen werden?

2) Wird die Kommission kurzfristig mit MdEP zusammentreten?

Antwort von Herrn Hogan im Namen der Europäischen Kommission 
 
Der Vorschlag, die Mindestgewichtsanforderungen für die Stopflebererzeugung  zu streichen, ist ein heikles Unterfangen, das zwischen den Mitgliedern des Europäischen Parlaments, Organisationen der Zivilgesellschaft und Interessenträgern, die an der Erzeugung von Stopflebern beteiligt sind, Diskussionen ausgelöst hat. Wie aus den schriftlichen Anfragen hervorgeht, gibt es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen.

Angesichts der Vielzahl der Standpunkte hat die Kommission eine unabhängige Stelle mit der Untersuchung der Frage durch eine externe Bewertung der EU-Vermarktungsnormen betraut. Wie unlängst in der Antwort auf die Frage E-004651/2018 erklärt wurde, ist die Bewertung noch nicht abgeschlossen; diesbezügliche Informationen sind der Öffentlichkeit zugänglich . 

Ein unabhängiger Bewerter wird prüfen, inwiefern die geltenden Vermarktungsnormen für Stopflebern in Bezug auf die Erreichung der Ziele der Verordnung (EG) Nr. 543/2008 der Kommission – einschließlich unbeabsichtigter Nebenfolgen dieser Normen für den Tierschutz – zweckdienlich sind. Die Bewertung soll entsprechend den Leitlinien für bessere Rechtsetzung vorhandene Nachweise sammeln, die Meinungen der Interessenträger einholen und daraus Schlussfolgerungen ziehen, die der Kommission als Grundlage für etwaige weitere Maßnahmen und, sofern erforderlich, zu gegebener Zeit für die Überprüfung bestimmter Aspekte der Vermarktungsnormen dienen werden.
 
Die Kommission steht den Mitgliedern des Europäischen Parlaments für Gespräche jederzeit zur Verfügung.

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